Ein herschaftlicher Jäger und Schultheiss (Bürgermeister), im Dienst des Landgrafen Ludwig  IX von Hessen-Darmstadt

 

Christian Theophil Wanzel, wurde am 16. Februar 1748 in Gommersheim (Pfalz) als Sohn einer lutherischen Pfarrerfamilie geboren. Wie sein Vorname Theophil (auch Amadeus oder Gottlieb) erahnen lässt, sollte er höchstwahrscheinlich diese Tradition fortführen. Es ist aber sein älterer Bruder der in Tübingen Theologie studiert und Pfarrer wird und auch seine ältere Schwester heiratet einen Pfarrer.   Christian Theophil hatte aber ganz bestimmt an einem zu jener Zeit  renommierten Gymnasium studiert, dort muss er  von der "Annonce" des Landgrafen  Kenntnis bekommen haben: dieser verkündete damals durch ein Schreiben, dass er gut ausgebildete Personen sucht um diese als Beamte in seinen Wäldern einzusetzen.  Um sich "herrschaftlicher Jäger" nennen zu dürfen, war es notwendig sich für eine eine dreijährige Ausbildung an der Seite eines Lehrmeisters zu bewerben und die Prüfungen erfolgreich zu bestehen. Als Vorraussetzung   musste man folgende Eigenschaften nachweisen können: "Gottesfürchtig sein, dies aber ohne Aberglauben, keine Laster haben (wie Saufen, Spielen, Fluchen), eine gute körperliche Kondition vorweisen  ( gut laufen, springen, reiten und schwimmen können), Erste Hilfe leisten können (für Mensch und Tier), kräuterkundig sein, Liebe zu Hunden haben, keine Angst vor Raubvögeln zeigen um diese abrichten zu können, gut sehen und hören, geschickten  Umgang mit dem  Jagdgewehr, dem Hirschfänger zeigen und gut auf dem Zinken (Jagdhorn) blasen können."  Selbstverständlich musste man auch fliessend Lesen (auch Latein) und geschickt mit der Feder schreiben können (um alte Verträge und Grenzregulierungen der Herrschaft studieren  konnte) sowie von den Gesetzen Ahnung haben (um Frevler, Wilderer usw.zu bestrafen). Auch Grundkenntnisse in Astronomie (um in der Nacht sich am Sternenhimmel zu orientieren), gute Kenntnisse in Mathematik und Geometrie wenn man ein "holzgerechter" Jäger werden wollte (dieser musste mit dem Wald und dem Holz wirtschaften, aber auch die Teiche, Mühlen, Hammerwerke, Köhler usw. beaufsichtigen). Christian Theophil Wanzel muss dies alles erfüllt und einen guten Lehrmeister gefunden haben, denn in einem von ihm mit der Feder elegant geschriebenen Brief nennt er sich bereits 1768 "herrschaftlicher Jäger" und stand im Dienst des Landgrafen Ludwig IX von Hessen-Darmstadt. 

Fortsetzung folgt........